Was es heißt, Lernbegleiterin im Colearing Wien zu sein

Als Lernbegleiterin habe ich jeden Tag die freudvolle und verantwortungsvolle Aufgabe, einen Raum zu schaffen und aufrechtzuerhalten, in dem Kinder und Erwachsene gemeinsam lernen, wachsen und sich gegenseitig unterstützen können.

Mein Tag im Lernzentrum beginnt um 7:40 Uhr und endet um ca. 19 Uhr. Das sind Montag bis Donnerstag fast 12 Stunden täglich, die ich den Kindern, aber auch dem Colearning und der Weiterentwicklung des Projekts widme. Freitags finden zusätzlich oft Teammeetings statt, die Montag bis Donnerstag keinen Platz finden, für unsere Arbeit aber essentiell sind.

Ja, das ist mehr, als eine Lehrerin einer „normalen“ Schule arbeitet. Aber für mich ist das keine Arbeit, sondern meine Berufung. Das, was ich hier mache, mache ich voller Überzeugung und aus tiefstem Herzen.

Gerade als Pädagogin weiß ich, dass es Vorzeigeprojekte und Vorreiter braucht, die sich trauen neuen Wege zu gehen, um unser bestehendes Bildungssystem zu verändern. Und genau das machen wir hier im Colearning Wien.

Da wir mit diesem Projekt aber zehn Schritte vor jeder Schulreform sind, bewegen wir uns auch außerhalb des Sichtfeldes staatlicher Förderungen.

Für’s Colearning bedeutet das, dass es sich selbst finanzieren muss. Wir haben die Eltern, die durch ihren Elternbeitrag einen Teil der Kosten decken.

Das reicht aber leider nicht aus.

Wie in jedem Unternehmen, sind auch bei uns die Personalkosten der Knackpunkt. Derzeit sind wir 4 Lernbegleiter*innen, die zum Großteil ehrenamtlich, also ohne fixes Gehalt, arbeiten. Weil die Kosten nicht gedeckt werden könnten.
Die meisten von uns haben Nebenjobs um finanziell über die Runden zu kommen oder leben sehr genügsam. Schwierig wird es, wenn am 20. des Monats das Konto leer ist oder ich mich jetzt schon mit dem Thema Altersarmut (geringes Gehalt = noch weniger Pension) konfrontiert sehe.

Natürlich könnten wir es so machen wie die meisten Privatschulen und den Elternbeitrag so weit anheben, bis die Kosten gedeckt sind. Wir wollen aber keine elitäre Alternativschule sein, sondern ein Lernzentrum das allen offen steht und für alle leistbar ist.

Dh wir brauchen private Förderer, die das Projekt unterstützen und es uns Lernbegleitern ermöglichen, dass wir uns auch voll und ganz auf unsere Arbeit konzentrieren können.

Ich bin sehr gerne Lernbegleiterin, weil das Colearning ein geniales Projekt ist. Die Kinder (und Erwachsenen) die hier sind, profitieren so sehr davon und entwickeln sich zu verantwortungsvollen Persönlichkeiten, die sich später nicht nur um Ihren SUV sorgen, sondern gesellschaftlich einen Unterschied machen werden.

Ich liebe es, im Colearning zu sein, mitzuarbeiten und mitzugestalten und ich werde immer eine Möglichkeit finden es für mich möglich zu machen.
Trotzdem wünsche ich mir für mich persönlich aber auch für alle anderen Lernbegleiter*innen ein angemessenes Gehalt, das uns eine angenehmere Lebensqualität und Sicherheit für uns und unsere Familien ermöglicht. Jetzt und in Zukunft.

Wenn du gut findest was wir im Colearning Wien für die Kinder aber auch für das österreichische Bildungssystem bewirken, dann unterstütze uns.


Hier gelangst du zu den Spendenpaketen.